Führung durch die Königsbrunner Heide am 02.07.2026
Auf Einladung des Königsbrunner Vereins für Gartenbau und Landespflege e.V. führte Dr. Ulrich Schneider, Pflanzenökologe und Landschaftsplaner, 24 Personen durch die Königsbrunner Heide. Der für den Verein ehrenamtlich tätige Pflanzenexperte erklärte, dass aufgrund der heuer extremen Hitze und Trockenheit Sumpfgladiolen nur in schattigen Bereichen vereinzelt zu sehen waren, während die aus osteuropäischen Steppen stammende astige Graslilie in Massen blühte. Interessant war auch zu hören, welche Strategien die auf der Heide vorkommenden Pflanzenarten haben, um in dem nährstoffarmen und trockenen Kalkmagerrasen zu existieren: z.B. die zierliche Sommerwurz, die selbst nicht Photosynthese betreibt, sondern ausschließlich an den Wurzeln von Schmetterlingsblühern parasitiert. Die Hauhechel, die wie alle Leguminosen über Knöllchenbakterien an ihrem Wurzelwerk Stickstoff bezieht. Oder der Berg-Haarstrang, ein derzeit ebenfalls in Massen auftretender Doldenblütler, der zum Schutz gegen zu starke Verdunstung eine extrem reduzierte Blattoberfläche aufweist. Die Teilnehmer dankten dem Pflanzenökologen für seine Ausführungen mit herzlichem Applaus.

Dr. Ulrich Schneider bei der Einweisung. Unten zu sehen: Sumpfgladiole, Hauhechel, astige Graslilie und Berg-Haarstrang
